Wenn die Weitergabe von Schlüsselwissen in einer Organisation nicht organisiert wird, kann dies schwerwiegende Folgen haben, die oft unterschätzt werden. Diese Risiken betreffen sowohl die betriebliche Kontinuität, die Qualität der Dienstleistungen, die Innovation und die Fähigkeit, den Nachwuchs auszubilden.

Die erste Gefahr ist der Verlust von Fachwissen. Wenn ein erfahrener Mitarbeiter seinen Posten verlässt (Ruhestand, Mobilität, Kündigung), nimmt er einen großen Teil seines stillschweigenden Wissens mit: Geschäftstipps, die Logik vergangener Entscheidungen, interne Netzwerke, nicht dokumentierte bewährte Praktiken usw. Dieser Verlust kann nur schwer wieder aufgeholt werden, wenn kein Übergabeprozess stattgefunden hat.

Die verbleibenden Teams sind manchmal auf sich allein gestellt, was zu Stress, Überlastung und sogar internen Spannungen führt.

Ein Mangel an Weitergabe kann auch den Kompetenzaufbau neuer Mitarbeiter behindern. Ohne Mentoring, Orientierungspunkte und Erfahrungsaustausch können sich junge Talente verloren fühlen, was ihre Integration und Bindung an das Unternehmen beeinträchtigt.

Auf strategischer Ebene behindert dies die Innovation und die Entwicklung von Praktiken. Die Organisation verliert ihr kollektives Gedächtnis, was ihre Fähigkeit beeinträchtigt, aus Erfahrungen zu lernen, Entwicklungen zu antizipieren und sich zu erneuern.

Schließlich kann dies auch das Image des Unternehmens intern und extern beeinträchtigen. Wenn die Übertragung nicht wertgeschätzt wird, entsteht der Eindruck eines kurzfristigen, wenig menschlichen und wenig strukturierten Modells.

Aus all diesen Gründen ist die Einrichtung von Übertragungsmechanismen (Mentoring, Dokumentation, Zweiergruppen, Cross-Training) nicht nur ein Vorteil, sondern eine Notwendigkeit.